Hack the planet

Seit einigen Tagen kursiert im Netz das Gerücht, Anonymous wolle am 31. März 2012 das komplette Internet “lahmlegen”, indem man die 13 DNS-Root-Server DDoSt. Daran schuld ist ein Textdokument auf pastebin. Hier mal ein paar Fakten dazu:
- Es handelt sich offensichtlich um einen “Einzeltäter”, da “YourAnonNews” über Twitter bereits verkündete, dass sie keine Ahnung von einer “Operation Global Blackout” hätten. Nur da wären wir wieder bei der Frage: “Was und vor allem wer ist Anonymous?”. Meiner Ansicht nach gehört jeder, der mit den Aktionen von Anonymous sympathisiert (oder auch mit einzelnen), zumindest temporär zu der Bewegung. Was die Behauptung “Anonymous hat nichts mit der Sache zu tun” wieder entkräftigt.
- Selbst, wenn sich einige Leute finden würden, die bei der Aktion mitmachen: Es ist schlicht unmöglich, das komplette DNS lahmzulegen. Zum Beispiel werden an DNS-Root-Server sehr hohe Anforderungen gestellt. So “müssen die Server die dreifache Last dessen vertragen, was der am stärksten belastete Server bislang in der Spitze zu bewältigen hatte”, wie golem berichtet.
An diesem Beispiel zeigt sich auch mal wieder, welche Gefahren die Strukturlosigkeit von Anonymous mit sich bringt. Jedes dahergelaufenes Script-Kiddie kann hergehen und irgendwas im Namen von Anonymous veröffentlichen. Und die Gruppe selbst kann das danach nicht mal dementieren, eben weil nicht klar ist wer alles zu Anonymous gehört.
Soviel dazu.
Die dunkle Seite der Macht das Internet beherrscht
Das war ja schon ziemlich episch, was sich CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling da geleistet hat. In einem Gastkommentar beim “Handelsblatt” hetzt er gegen die Netzgemeinde, um noch am gleichen Tag von genau solchen bösen Hexern gehackt zu werden. Blöd halt, wenn man sich als Mitglied der Enquetekommission “Internet und digitale Gesellschaft” nicht mal ein ordentliches Passwort für die eigene Website ausdenken kann. Meldungen zufolge nutzte der Politiker seinen Vor- und Nachnamen als Zugangsdaten für seine Homepage.
Ich kann mich nur herzlich bei Herrn Heveling bedanken; so kräftig habe ich schon lange nicht mehr gelacht.
Links:
Gastkommentar von Ansgar Heveling (handelsblatt.com)
Die Verlierer-Netzgemeinde (leetperium.de)
CDU-Hinterbänkler trollt die Netzgemeinde (spiegel.de)
Firefox Websuche von Adressleiste aus
Unter Chrome/Chromium gibt es das extra Eingabefeld für die Websuche schon lange nicht mehr (Oder gab es da überhaupt mal eines?). Die Suche wird hier einfach durch die Eingabe eines Suchbegriffes in die Adressleiste ausgelöst. Bei Firefox funktioniert das zwar auch, allerdings ist hier erstens standardmäßig Google für diese Funktion voreingestellt, zweitens wird die Suchbox trotzdem noch angezeigt, obwohl sie eigentlich nicht mehr benötigt wird.
In diesem kleinen Artikel zeige ich euch, wie sich der Suchanbieter für die “Adresszeilensuche” ändern lässt und wie man die zusätzliche Suchleiste entfernt.
Anbieter ändern
Ich suche aus Datenschutz-Gründen zum Beispiel immer über die Seite startpage.com. Erste Anlaufstelle für Änderungen am Firefox ist immer die Konfigurationsdatenbank. Diese erreicht man durch die Eingabe von “about:config”. Im Filter trägt man “keyword.URL” ein; es sollte der entsprechende Eintrag unten erscheinen. Jetzt muss der entsprechende Wert durch einen Doppelklick auf den Eintrag zugewiesen werden (Wert ist hier die jeweilige Such-URL des Anbieters). In meinem Fall trage ich https://startpage.com/do/search?language=deutsch&cat=web&query= ein und bestätige durch einen Klick auf den Ok-Button.
Suchleiste entfernen
Der Anbieter ist jetzt schon mal umgestellt, nur das obsolete Eingabefeld stört noch ein wenig.
Dieses lässt sich entfernen, indem man über der Adressleiste einen Rechtsklick macht und Customize (oder Anpassen) auswählt. Das Eingabefeld für die Suche muss jetzt einfach in das aufgeploppte Fenster gezogen werden.
Fertig!
Firefox-Addon entsperrt Grooveshark
Über ein Firefox-Addon lässt sich Grooveshark weiterhin von Deutschland aus nutzen. Die Erweiterung switcht beim Aufruf der Hauptseite auf einen ausländischen Proxy und schaltet diesen nach erfolgreicher Überprüfung der IP wieder aus (Die Switch-Time lässt sich in den Einstellungen ändern). Somit lässt sich die Seite danach mit gewohnter Geschwindigkeit nutzen.
Da der Proxy nach dem Aufruf von http://grooveshark.com solange weiter benutzt wird, wie in den Optionen angegeben, empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, den Wert auf 1000ms zu verkürzen.
Links:
Grooveshark Unlocker
Sesam öffne dich
Eine Sicherheitslücke im Xorg Server 1.11 ermöglicht es, den “Sperr-Manager” eines Systems ohne die Eingabe eines Passwortes zu umgehen. Um das zu tun, muss nur die Tastenkombination Strg+Alt+* (Stern auf dem Nummernblock) benutzt werden. Das heißt, jedes Linux das Xorg in der Version 1.11 benutzt, kann von einer beliebigen Person entsperrt werden, ohne dass diese das Passwort wissen muss.
Die benutzte Xorg-Version lässt sich über folgenden Befehl ermitteln:
X -version
Hintergrund
Die oben genannte Tastenkombination wurde vor einigen Jahren eingeführt, um Fenster welche die Maus und/oder die Tastatur gefangen haben, zu “killen”, d.h. abzuschießen. Das Programm, welches den jeweiligen Sperrbildschirm anzeigt, macht im Prinzip nichts anderes als ein Fenster im Vollbildmodus zu erstellen und alle Maus- und Tastaturevents abzufangen. Also lässt es sich über die Tastatur prima beenden.
Links:
webupd8
Was mich an Unity stört
Ich finde Unity nicht schlecht, im Gegenteil.
Schon bei der Veröffentlichung der ersten Version liebäugelte ich mit der Desktopoberfläche von Cannonical. Optisch gesehen ist Unity wirklich hübsch und auch das Verrutschen der Menüleisten an den oberen Bildschirmrand finde ich eine gute Lösung. Als ich aber Version 11.10 von Ubuntu testete, war ich schon etwas enttäuscht, und zwar aus folgendem Grund: Wenn ich ein Fenster öffne, wird es im sogenannten “Dash” (quasi die Taskleiste) logischerweise als aktiv markiert.
Wie minimiere ich nun das Fenster wenn ich es nicht mehr im Vordergrund haben will? Ich drücke auf das Symbol in der Taskleiste, genauso wie man es von anderen Oberflächen gewohnt ist. Aber es tut sich nichts. So oft ich auch drücke, das Fenster bleibt im Vordergrund! Also bin ich gezwungen, auf den Minimieren-Button in der Titelleiste des jeweiligen Fensters zu klicken. Das will ich aber nicht, ich bin den anderen Weg gewohnt. Und genau deswegen habe ich Unity schon am Anfang recht schnell wieder den Rücken gekehrt.
Manch einer wird sich jetzt vielleicht denken “Was für ein Verrückter”. Mir aber egal. Es stört mich einfach. Der Grund ist einzig und allein der: Will ich auf den ultrakleinen Minimieren-Button klicken, muss ich mit der Maus fast auf den Milimeter genau dorthin navigieren. Drücke ich jedoch auf das Symbol im Dash, habe ich eine viel größere Fläche zum Interagieren und es ist außerdem viel intuitiver. Klicki-Bunti von Feinsten quasi.
Tut mir Leid, aber so kann ich nicht arbeiten.
Falls jemand weiß, wie sich diese Funktion nachrüsten lässt, darf (nein muss!) er/sie gerne einen Kommentar hinterlassen.
Logitech G-Tastaturen unter Linux nutzen
Die Keyboards der G-Serie sind die Teile mit beleuchteten Tasten und einigen Zusatzbuttons für erweiterte Funktionen. Leider bietet der Hersteller keinen Treiber für Linux-Systeme an, weshalb man normalerweise nicht alle Features nutzen kann und sich auch die Beleuchtung nicht ändern lässt.
Zum Glück gibt es ein hübsches Projekt namens gnome15. Mithilfe dieser Programmsammlung lassen sich alle Funktionen der jeweiligen Tastatur auch unter GNU/Linux nutzen.
Die Entwickler selbst drücken es so aus:
Gnome15 provides a panel indicator (or applet), configuration tool, macro system and plugin framework for the Logitech G series keyboards, including the G15 and G19. The intention is to provide the best integration with the Linux desktop possible, using the standard protocols and libraries where appropriate.
Dabei sollen folgende Modelle kompatibel sein:
- G19
- G15
- G13
- G110
- G510
- G11
Bei meiner G510 funktioniert es jedenfalls ziemlich gut, es sind auch recht viele Plugins für das LCD dabei. So lassen sich z.B. mithilfe von mplayer Videos auf dem Display abspielen. Zudem lassen sich Makros für die G-Tasten erstellen (So wie man es eben von Windows gewohnt ist).
Ich nutze gnome15 übrigens unter KDE, es ist also nicht auf den Gnome-Desktop beschränkt.
Für einige Distributionen werden bereits fertige Pakete angeboten.
Desktopumgebungen im Vergleich
Unter GNU/Linux-Systemen hat man nicht – wie unter Windows – nur eine Arbeitsumgebung zur Verfügung, sondern gleich mehrere. Jeder dieser Manager hat seine Vor- und Nachteile, die ich im Folgenden erläutern werde. Dieser Artikel dient als kleine Übersicht und zeigt auf, welches Desktop-System man auf welchen Rechnern verwenden kann/sollte. Auf Unity wird nicht eingegangen, da es eine Eigenentwicklung von Ubuntu und somit für andere Distributionen obsolet ist.
Die Screenshots stammen von den verlinkten Projektseiten.
Was ist eine Desktop-Umgebung?
Eine Desktop-Umgebung enthält die Elemente, die für den alltäglichen Umgang mit einem PC benötigt werden. Dazu zählt z.B. neben Taskleiste und Fensterdesign auch der Desktop selbst. Zudem sind grundlegende Programme wie Texteditor oder Medienplayer enthalten. Das Desktop-Environment ist vereinfacht ausgedrückt verantwortlich für die Usability eines Systems mit grafischer Oberfläche.
KDE

KDE ist eine beliebte Arbeitsumgebung, die sich vom Design her recht stark an Windows-Systemen anlehnt. So gibt es die klassische Taskleiste am unteren Bildschirmrand, in der u.a. offene Anwendungen angezeigt werden. Zudem gibt es zahlreiche Effekte, wie z.B. transparente Fenster. Das KDE-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, eine moderne Arbeitsoberfläche für UNIX-artige Systeme zu bilden. Ein großer Pluspunkt ist die sehr hohe Anpassbarkeit. Dafür ist KDE leider auch sehr ressourcenhungrig und somit nicht für schwächere und ältere PCs geeignet.
Gnome2
…soll besonders benutzerfreundlich und einfach sein. Gnome ist neben KDE das verbreiteste Environment. Neben einer Taskleiste am unteren Rand gibt es noch das Panel am oberen Bildschirmrand, wo Programme gestartet und Benachrichtigungen angezeigt werden können. Version 2 von Gnome wird seit der Veröffentlichung von Gnome 3 nicht mehr weiterentwickelt und sollte daher bei Neuinstallationen nicht mehr verwendet werden. Durch die große Beliebtheit der 2. Version entstanden aber einige Forks, die das Feeling beibehalten wollen. Ein Beispiel hierfür ist Mate.
Gnome3

Die dritte Version des Gnome-Projekts teilte die Linux-Gemeinde nach der Veröffentlichung in zwei Gruppen: Die einen hassten es, die anderen liebten es. Grund dafür war/ist das völlig neue Bedienkonzept. Bei Gnome3 sollen nicht mehr die einzelnen Programme im Vordergrund stehen, sondern die auszuführenden Aufgaben (Activities). Das äußert sich zum Beispiel darin, dass standardmäßig keine Taskleiste mehr vorhanden ist, in der geöffnete Programme angezeigt werden. Daraus folgend lassen sich auch die Fenster nicht mehr minimieren. Eine sehr gute Lösung hat hier meiner Meinung nach das LinuxMint-Team gefunden. In der 12. Version der Distribution wird zwar Gnome3 verwendet, allerdings sind einige Änderungen vorgenommen worden, um das Feeling eines klassischen Desktops beizubehalten.
XFCE

XFCE ist hauptsächlich für etwas schwächere Computer wie Notebooks oder Netbooks geeignet. Es präsentiert sich standardmäßig sehr schlicht, läuft jedoch auch sehr flott. Auch diese Desktopumgebung ist recht gut für Umsteiger geeignet, die den Windows-Stil gewohnt sind. Die Bedienung dürfte aufgrund der gewohnten Elemente kein Problem darstellen. XFCE ist ebenfalls unter ehemaligen Gnome2-Nutzern ziemlich beliebt; nach dem Versionssprung auf Gnome3 bevorzugten es viele User, Gnome vorerst den Rücken zu kehren. So stieg zum Beispiel Linus Torvalds auf XFCE um.
LXDE

Für Low-End-Geräte sehr empfehlenswert ist das Lightweight X11 Desktop Environment. Es ist XFCE relativ ähnlich. Der größte Unterschied ist, dass hier auf leichtgewichtigere Komponenten gesetzt wird. Das verschafft LXDE einen großen Pluspunkt bei der Geschwindigkeit. Beim Ressourcenverbrauch liegt die Umgebung eindeutig vor allen Alternativen. Natürlich wirkt sich das auch Positiv auf den Akkuverbrauch aus.
Fazit und Empfehlung
Es gibt nicht die ultimative Desktopumgebung. Bei der Auswahl sollte man sich überlegen, was für Ansprüche man hat und wie es mit den Hardwarespezifikationen des Computers ausschaut. Der persönliche Geschmack spielt natürlich auch immer eine große Rolle (Siehe Gnome3). Das optimale System lässt sich ohnehin nur durch Ausprobieren zusammenbasteln, daher einfach mal einige Umgebungen in einer VM ausprobieren.
Ich persönlich empfehle Gnome3 und KDE für Tower-PCs oder einigermaßen aktuelle Notebooks. Hat man einen etwas schwächeren Laptop, sollte man sich unbedingt mal XFCE anschauen. Auf Netbooks ist LXDE meine erste Wahl.






