Kostenloses Überwachungssystem mit Linux


Einleitung

In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr euch kostenlos ein kleines Überwachungssystem mit Linux & motion bauen könnt. Motion erkennt Bewegungen und nimmt daraufhin Fotos auf, aus denen dann ein Video generiert wird. Ich benutze Ubuntu 12.04 als Distribution, auf anderen Derivaten müssen evtl. einige Vorgänge angepasst werden.

Voraussetzungen

  • Linux-System (Vorzugsweise Debian oder Ubuntu)
  • Webcam
  • motion

Optional:

  • twidge: Für Twitter-Nachrichten
  • hcitool: Zum Suchen nach Bluetooth-Geräten

Installation

Das Programm motion befindet sich im Universe-Repository und lässt sich über den Paketmanager installieren.

Befehl zum Kopieren und Einfügen:

sudo apt-get install motion

Konfiguration

Als erstes sollte man alle Nutzer, die motion starten können sollen in die Gruppe motion hinzufügen, damit die Konfigurationsdatei gelesen werden kann. Dazu ist folgender Befehl notwendig:

usermod <username> -G motion -a

Um die Änderung zu übernehmen, muss man sich kurz aus- und wieder einloggen.

Nun können in der Konfigurationsdatei /etc/motion/motion.conf die Einstellungen angepasst werden. Dazu mit Root-Rechten die Datei in einem Editor öffnen.

sudo vim /etc/motion/motion.conf

Die wichtigsten Werte:

  • videodevice: Zu benutzende Webcam. Muss evtl. angepasst werden.
  • width: Breite der aufzunehmenden Bilder in Pixel. Abhängig von Webcam.
  • height: Höhe der aufzunehmenden Bilder in Pixel. Abhängig von Webcam.
  • framerate: Anzahl aufzunehmende Bilder pro Sekunde.
  • quality: Qualität der aufzunehmenden Bilder.
  • ffmpeg_video_codec: Dateityp des Videos, welches aus den Bildern generiert wird.
  • target_dir: Speicherort der Bilder und Videos. Falls keine Daten gespeichert werden sollen kann hier /dev/null angegeben werden.

Empfohlene Einstellungen:

  • width 640
  • height 480
  • framerate 15
  • quality 100

Falls man motion produktiv einsetzen will, sollte man sich auch die weiteren Einstellungsmöglichkeiten ansehen. Zum Beispiel kann auch ein Live Webcam Server eingerichtet werden.

Nachdem die Konfigurationsdatei angepasst wurde, sollte die Aufnahme bereits funktionieren.

Events

Ein weiteres Feature von motion ist, dass man auf bestimmte Events reagieren kann. So wird das Event on_event_start ausgeführt, wenn eine Bewegung erkannt wurde. Auf diese Weise kann man sich dann z.B. eine Direktnachricht via Twitter zusenden lassen. Hierzu muss twidge installiert und eingerichtet werden. Danach die Zeile mit on_event_start in /etc/motion/motion.conf  folgendermaßen ändern und <username> + <text> durch die eigenen Werte austauschen:

on_event_start ‚twidge dmsend <username> <text>‘

Weitere Optionen wären beispielsweise die Ausgabe eines Alarmtons, das Scannen auf nahe Bluetooth-Geräte (mittels hcitool scan) oder Versenden einer E-Mail. Mehrere Befehle können natürlich auch in ein Skript ausgelagert werden, auf das dann in der motion.conf verwiesen wird.

Nutzung

Mit dem Befehl motion lässt sich jetzt das Programm starten. Sobald nun eine Bewegung erkannt wird, wird eine Direktnachricht an den Nutzer geschickt, der in der Konfigurationdatei von motion angegeben wurde. Die momentane Aufzeichnung kann am gleichen Rechner über Port 8081 im Webbrowser angesehen werden. Um die Beschränkung auf localhost zu entfernen, muss die Zeile webcam_localhost on geändert werden. Das sollte man jedoch nur tun, wenn man weiß was man tut.

Über m4gu5

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4 Antworten zu Kostenloses Überwachungssystem mit Linux

  1. hoohead schreibt:

    Klasse, werde ich mal zu Hause nachbauen🙂

  2. Pingback: Tweets that mention Kostenloses Überwachungssystem mit Linux « m4gu5 -- Topsy.com

  3. m4gu5 schreibt:

    Viel Spaß dabei🙂
    Soweit ich weiß, kann man das Video sogar auf einen Webserver streamen, ist also noch sehr ausbaufähig😉

    VG

  4. Pingback: [GNU/Linux] Twitter-Client für’s Terminal « m4gu5

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