Tiling Windowmanagers


windowmanager

Die meisten Leser werden wohl mit einen Floating Windowmanager wie Openbox unterwegs sein. Das hat den einfachen Grund, dass so ziemlich alle Desktopmanager Floating WMs mitliefern. Beispiele: Gnome, KDE, XFCE, LXDE, MATE, Cinnamon.

Doch zuerst einmal: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Tiling- und Floating Windowmanagern?

Unterschied Tiling Windowmanager zu Floating Windowmanager

Floating Windowmanager sind Fenstermanager wie Openbox oder Mutter, die es Fenstern erlauben, sich gegenseitig zu überlappen. Die einzelnen Fenster können mithilfe der Maus frei auf dem Bildschirm hin- und hergeschoben werden.

Quelle: http://openbox.org/wiki/Image:2010-10-04-193330_1280x1024_scrot.png

Openbox Screenshot

Tiling Windowmanager hingegen haben einen anderen Ansatz. Hier werden die Fenster automatisch in bestimmten „Layouts“ angeordnet, z.B. nebeneinander, untereinander oder auch in Tabellenform.
Dieses Verhalten bringt mehrere Vorteile mit sich, unter anderem:

  1. Es muss keine Zeit mehr damit verschwendet werden, die Fenster in die gewünschte Position zu bringen.
  2. Der zur Verfügung stehende Bereich des Bildschirms wird optimal ausgenutzt
  3. Für die meisten Aufgaben wird keine Maus mehr benötigt, da sich Layouts sowie Fenster mithilfe der Tastatur umschalten lassen

Die meisten Tiling Windowmanager stellen jedoch auch einen Floating-Mode bereit, in dem sich Fenster dann genauso wie z.B. bei Openbox verhalten.

Beispiele für Tiling Windowmanager sind AwesomeWm, i3 und SpectrWm.

Beispielhaftes Fenstermanagement eines Tiling Windowmanagers

Beispielhaftes Fenstermanagement eines Tiling Windowmanagers

Bedienung am Beispiel von Awesome

Ich werde die Handhabung eines Tiling Windowmanagers anhand von AwesomeWm etwas beleuchten.

Die Bedienung erfolgt im Grunde über den sogenannten Mod-Key. Bei Awesome ist das die Windows-Taste. Über Mod+Return beispielsweise lässt sich der Terminal-Emulator öffnen (z.B. xterm oder terminator). Die virtuellen Arbeitsflächen werden in Awesome Tags genannt. Durch sie kann über Mod+[Position des Tags], also beispielsweise Mod+1 für den ersten Tag geswitcht werden.

Jedem Tag kann ein vordefiniertes Layout zugewiesen werden. Ein Layout ist ein Schema, nach dem die Fenster angeordnet werden (Nebeneinander, Untereinander, …). Das Layout lässt sich jedoch auch durch Mod+Leertaste ändern. Programme lassen sich per Mod+p ausführen, die Tastenkombination öffnet das Anwendungsmenü.

Wie man sieht, lässt sich der Tiling Windowmanager komfortabel mit der Tastatur bedienen. Natürlich benötigt man etwas Eingewöhnungszeit, vor allem um sich an die Tastenkombinationen zu gewöhnen. Hat man aber einige Tage damit gearbeitet, möchte man all diese Funktionen nicht mehr missen. Auch i3 und SpectrWm stellen virtuelle Arbeitsflächen zur Verfügung. Die Bedienung ähnelt der von Awesome sehr.

Fazit

Es sprechen einige Gründe für den Einsatz eines Tiling Windowmanagers. Da bei den meisten Managern neben den diversen Tiling-Layouts auch ein Floating-Mode möglich ist, sehe ich außer der evtl. etwas nervigen Einarbeitungszeit keinen Punkt, in dem die Tiling WMs einem Floating WM nicht das Wasser reichen könnten. Die Einbindung in Desktopumgebungen wie Gnome lässt sich übrigens recht einfach erledigen.

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