BOINC auf dem Raspberry Pi


BOINC-Logo. Urheber: Michal Krakowiak

Mithilfe von BOINC kann die Rechenleistung von Computern für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Im Folgenden werde ich die Installation und Nutzung von BOINC auf einem Raspberry Pi Model B beleuchten. Als Betriebssystem wird Raspbian verwendet.

Voraussetzungen

  • Am Netz hängender Raspberry Pi mit Raspbian
  • Aktive SSH-Verbindung zum Gerät

Installation

Die Installation des BOINC-Clients gestaltet sich denkbar einfach, es reicht die Installation des Pakets boinc-client aus.

sudo apt-get install boinc-client

Der BOINC-Client müsste nach der Installation normalerweise automatisch gestartet werden. Ansonsten ist ein manuelles Starten nötig.

sudo /etc/init.d/boinc-client start

Konfiguration

Festlegen der Plattform

Damit die Projekte Aufgaben für die ARM-Plattform senden, ist eine Änderung der /etc/boinc-client/cc_config.xml nötig. Folgender Text muss innerhalb des Root-Elements eingefügt werden.

<options>
<alt_platform>arm-unknown-linux-gnueabihf</alt_platform>
</options>

Festlegen eines Passworts

Zum Zugriff auf den BOINC-Client sollte ein Passwort festgelegt werden, dieses muss in die Datei /etc/boinc-client/gui_rpc_auth.cfg geschrieben werden.

sudo echo <PASSWORD> > /etc/boinc-client/gui_rpc_auth.cfg

Verbinden mit dem Client

Zur Verwaltung des Clients empfehle ich der Einfachheit halber, sich über einen anderen Computer mit dem BOINC-Manager zum Client zu connecten. Dazu muss zunächst die IP-Adresse des zugreifenden PCs in die Datei /etc/boinc-client/remote_hosts.cfg eingefügt werden.

sudo echo <IpAddress> >> /etc/boinc-client/remote_hosts.cfg

Nun kann auf dem verwaltenden Rechner eine neue BOINC Manager Instanz gestartet und mit dem Client verbunden werden. Das erreicht man, indem man in der Menüleiste die Option „Select computer…“ bzw. „Computer auswählen…“ anklickt. Im nun erscheinenden Dialog müssen die IP-Adresse des Raspberry Pis und das gerade festgelegte Kennwort eingetragen werden.

Verbinden des BOINC Managers mit einem entfernten Client

Verbinden des BOINC Managers mit einem entfernten Client


Sollte die Verbindung fehlschlagen, sind höchstwahrscheinlich die geänderten Konfigurationen noch nicht übernommen worden. In diesem Falle den BOINC-Client anweisen, die Configs neu zu laden.

sudo /etc/init.d/boinc-client reload


Im BOINC Manager können jetzt wie gewohnt die gewünschten Projekte hinzugefügt werden. Eine Übersicht der Projekte, die den Raspberry Pi unterstützen gibt es auf der Seite von BOINC.


 Wenn keine Aufgaben gesendet werden, hilft meist ein Blick in das Event-Log. Gerade bei einem Pi kann es vorkommen, dass die Werte für die Speichernutzung angepasst werden müssen.


 

Leistung

Bei meinen bisherigen Tests mit Enigma@home lagen die Laufzeiten für eine Workunit zwischen 8500 und 10000 Sekunden bei einer CPU-Frequenz von 800 MHz. Die Temperatur bleibt recht konstant bei 45-47° C. Allerdings sind auf meinem Modell auch passive Kühlkörper angebracht.

Raspberry Pi mit einem LCD Display von Adafruit

Raspberry Pi mit einem LCD Display von Adafruit

Verbessern der Leistung

Wer will, kann die Leistung des Pis erhöhen, indem er/sie die Taktrate der CPU anpasst. Es sollten aber die Temperaturwerte im Auge behalten werden. Um zum Beispiel die CPU auf 900 MHz hochzutakten sind folgende Werte in der Datei /boot/config.txt vonnöten.

arm_freq=900
arm_freq_min=700

Wichtig: Der zweite Eintrag legt die Taktrate fest, die beim Überschreiten einer Schwellentemperatur verwendet wird um eine Überhitzung zu verhindern.

Mit aktiver Kühlung sind auch Taktraten von 1 GHz und mehr denkbar.

Fazit

Natürlich kann von einer 700 MHz CPU nicht die größte Performance erwartet werden. Die Zeit, die für einzelne Workunits benötigt wird ist schon sehr hoch. Selbst bei dem niedrigen Stromverbrauch des Raspberry Pis lohnt es sich nicht wirklich, ihn für CPU-intensive Projekte zu nutzen. Anders dürfte es bei Projekten wie Radioactive@home oder dem Quake Catcher Network aussehen. Für solche Aufgaben ist der Raspberry Pi durchaus geeignet.

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